Einführung
Dieses Handbuch beschreibt die Konfiguration des Produkts iANQ.
Der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) in der Schweiz koordiniert und realisiert standardisierte Qualitätsmessungen zu verschiedenen Themen im stationären Spitalbereich in den Fachbereichen Akutsomatik, Rehabilitation und Psychiatrie. Ziel ist es, die Qualität zu dokumentieren, weiterzuentwickeln und zu verbessern.
In ORBIS verlangt der ANQ von den psychiatrischen Leistungsträgern die Messung der folgenden ergebnisrelevanten Indikatoren zu bestimmten Zeitpunkten:
Symptombelastung
Freiheitsbeschränkende Maßnahmen

Symptombelastung

Symptombelastung bezeichnet Anzahl und Schweregrad vorhandener Symptome einer psychischen Störung.
Dieser Indikator:
misst die Differenz zwischen Symptombelastung bei Eintritt und Symptombelastung bei Austritt und ermöglicht so Rückschlüsse auf die Effektivität der therapeutischen Interventionen.
ermöglicht die seitens des Patienten bzw. der Patientin wahrgenommene subjektive Empfindung der Belastung von Symptomen mit der medizinisch-fachlich wahrgenommenen Belastung von Symptomen zu vergleichen und davon Behandlungsschlüsse abzuleiten.
Die Symptombelastung soll, sowohl im Fremd- als auch im Selbstrating, als Delta zwischen Ein- und Austritt gemessen werden. D.h. es erfolgt eine Erhebung bei Klinikeintritt und eine Erhebung bei Klinikaustritt. Das Fremdrating erfolgt durch den Arzt selbst.
Folgende Bögen werden hierfür in ORBIS verwendet:
HoNOS (Health of the Nation Outcome Scales)
Dieses Messinstrument gibt es in drei Ausführungen:
HoNOS für Erwachsene
HoNOSCA-SR für Kinder und Jugendliche (Selbstrating)
HoNOSCA-D für Kinder und Jugendliche (deutsche Version)

Anmerkung

Note Label
Die Fremdbewertung erfolgt in der Regel durch Ärzte oder Psychologen. Jedoch kann sie durch Pflegepersonen durchgeführt werden, wenn sie in der Klinik in der Fallverantwortlichkeit eingebunden sind.
Das Assessoren-Modell, wobei Personen Messungen durchführen, aber keine Fallverantwortlichkeit ausüben, ist nicht gestattet.
Abhängig von den Systemeinstellungen, können bei einer Eintrittsmessung mit Messzeitpunkt: Austritt für HoNOS- und HoNOSSCA-D-Bögen automatisch einer von drei CHOP-Kodes automatisch als Hauptbehandlung gekennzeichnet werden.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Systemadministrator.
Achtung: Abhängig von den Systemeinstellungen, können das Eintritts- und Austrittsdatum automatisch vom System vorbelegt werden. Achten Sie darauf, dass der dokumentierende Benutzer die Verantwortung für die Richtigkeit der Daten trägt. Wenn diese Felder vom System vorbelegt werden, sind sie unbedingt vor Abschluss des Bogens zu überprüfen.
Im HoNOS-Bogen wird bei entlassenen stationären Patientenfällen in einem Bogen zum Messzeitpunkt Austritt der Eintrag 1- Austritt innerhalb von 24 Stunden nach Eintritts-HoNOS-Messung vorbelegt, wenn der Austritt innerhalb von 24 Stunden nach dem Erhebungszeitpunkt eines vorangehenden HoNOS-Bogens mit Messzeitpunkt Eintritt erfolgt ist.
Damit das Zeitintervall richtig ermittelt werden kann, sind Erhebungsdatum und -zeit Pflichtangaben in jedem HoNOS-Bogen.

Wichtig

important Label
Bitte beachten Sie, dass der dokumentierende Benutzer die Verantwortung für die Richtigkeit der Daten trägt. Wenn diese Felder vom System vorbelegt werden, sind sie unbedingt vor Abschluss des Bogens zu überprüfen.
Abhängig von den Systemeinstellungen können sowohl für den Messzeitpunkt: Eintritt als auch für den Messzeitpunkt: Austritt die Erhebungsdatum/-zeit-Felder mit dem Systemdatum vorbelegt und für den regulären Benutzer gesperrt sein. Dabei entfallen automatisch alle etwaigen Gültigkeitsprüfungen auf den Feldern, da auf deaktivierten Eingabefeldern generell keine Plausibilitätsprüfungen sinnvoll sind.

Anmerkung

Note Label
Diese Felder sind dennoch bei Bedarf und einstellungsbedingt von Benutzern mit der geeigneten Rolle editierbar. Wenden Sie sich bei Fragen an Ihren Systemadministrator.
BSCL (Brief Symptom Checklist)
Dieser Selbstbewertungsbogen wird in der Regel ausgedruckt und dem Patienten übergeben. Anschließend müssen die vom Patienten ausgefüllten Werte in ORBIS eingepflegt werden. Der Bogen wird nach folgenden Zeitkriterien ausgefüllt:
einmal beim Eintritt und beim Austritt
spätestens 3 Tage nach Eintritt
frühestens 3 Tage vor Austritt
Beurteilungszeitraum: die letzten 7 Tage, gemessen vom Interviewzeitpunkt (nicht vom Eintritt).

Anmerkung

Note Label
Auch bei der BSCL geben die Fallverantwortlichen die Bögen ab. Hierbei motivieren sie die Patienten in einer nicht beeinflussenden Weise und lassen, womöglich, die Ratings in den Behandlungsprozess einfließen.
Im BSCL-Bogen wird bei entlassenen stationären Patientenfällen in einem Bogen, in dem zum Messzeitpunkt: der Eintritt vorbelegt ist, der Eintrag 6 - Austritt innerhalb von 24 Stunden nach Eintritts-BSCL-Messung bereits vorbelegt, wenn der Austritt innerhalb von 24 Stunden nach dem Erhebungszeitpunkt dieses Eintrittsbogens erfolgt ist.
Damit das Zeitintervall richtig ermittelt werden kann, sind Erhebungsdatum und -zeit Pflichtangaben in jedem BSCL-Bogen. Bei Bogenneuanlage wird der Zeitpunkt mit dem Wert aus dem Assessment-Bogenfeld angelegt zum vorbelegt.
Ist bereits ein Bogen zum Eintritt erfasst worden und der Austritt innerhalb von 24 Stunden nach dem Erhebungszeitpunkt gemäß Erhebungsdatum: und Erhebungszeit: erfolgt, wird bei entlassenen stationären Patientenfällen in einem Folgebogen der neue Eintrag 6 - Austritt innerhalb von 24 Stunden nach Eintritts-BSCL-Messung bereits vorbelegt.

Wichtig

important Label
Bitte beachten Sie, dass der dokumentierende Benutzer die Verantwortung für die Richtigkeit der Daten trägt. Wenn diese Felder vom System vorbelegt werden, sind sie unbedingt vor Abschluss des Bogens zu überprüfen.

Freiheitsbeschränkende Maßnahmen

Es handelt sich um die Dokumentation von Isolationen, Fixierungen und Zwangsmedikationen sowie Sicherheitsmaßnahmen, wenn durch die psychische Krankheit des Patienten eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung ausgeht.
Diese Maßnahmen werden kontinuierlich und zeitnah während der Hospitalisation erfasst. Das Formular EFM bzw. EFM-KJP wird in der Regel unmittelbar zusammen mit der ärztlichen Verordnung ausgefüllt. Bei Sicherheitsmaßnahmen wie Steckbretter vor dem Stuhl oder Bettgitter geschieht die Erfassung bei der Durchführung.
In ORBIS erfolgt die Erhebung der Daten mit folgenden Bögen:
EFM (Erfassungsinstrument Freiheitsbeschränkende Maßnahmen)
EFM-KJP (Erfassungsinstrument Freiheitsbeschränkende Maßnahmen im stationären kinder- und jugendpsychiatrischen Setting)
Seit dem 01.01.2020 ist in den Bögen EFM und EFM-KJP bei der Auswahl der Art der Massnahme bei allen Maßnahmen außer den beiden Zwangsmedikationen die Angabe von sowohl Beginndatum und -Uhrzeit wie auch Endedatum und -Uhrzeit verpflichtend.

Anmerkung

Note Label
Anhand einer Systemeinstellung kann allerdings definiert werden, dass die Endezeitpunkten bis zum Vidieren nur mit entsprechenden Hinweisen anstelle von Sperrberichten angemahnt werden. Wenden Sie sich bei Fragen bitte an Ihren Systemadministrator.
Bei Auswahl von Medikation trotz Widerstand des Patienten, Injektion und Medikation trotz Widerstand des Patienten, oral verhält sich das Feld Uhrzeit analog wie bei Auswahl der anderen Maßnahmenarten.
Beim Datenexport unter Station > ANQ Übersicht > Export werden alle ausgefüllten Datum- und Uhrzeit-Felder automatisch in die Exportdatei mit Standardbezeichnung geschrieben.

Zugriff auf die Formulare

In ORBIS können Sie über zwei übliche Wege auf die Formulare zugreifen:
Station > Stationsgrafik > Mit der rechten Maustaste auf einen Patienten klicken > Kontextmenü:
BSCL
EFM
EFM-KJP
HoNOS
HoNOSCA-D
HoNOSCA-SR
Station > Patientensuche > Mit der rechten Maustaste auf einen Fall klicken > Kontextmenü:
BSCL
EFM
EFM-KJP
HoNOS
HoNOSCA-D
HoNOSCA-SR