Wenn die Pflegekraft bei der Verabreichung einen Medikamentendispenser scannt, überprüft ORBIS mehrere Parameter.
Richtiges Datum
Wenn das Verabreichungsdatum für den Dispenser in der Vergangenheit liegt (d. h. ein oder mehrere Tage vor dem aktuellen Datum), wird in ORBIS in einem gut sichtbaren Dialog die folgende Meldung angezeigt: Der Medikamentendispenser weist ein Datum in der Vergangenheit auf. Überprüfen Sie die gestellten Medikamente/das Etikett/den Inhalt. Eine barcodegestützte Verabreichungsdokumentation ist in diesem Fall nicht möglich.
Wenn das Verabreichungsdatum in der Zukunft liegt (d. h. ein oder mehrere Tage nach dem aktuellen Datum), wird in ORBIS die folgende Meldung angezeigt, wobei aber durch ein manuelles Bestätigen des Dialogs das Fortsetzen der Dispenserausgabe möglich ist: Dieser Medikamentendispenser wurde für den [Datum] gestellt. Möchten Sie die Verabreichung dennoch durchführen? Nach erneutem Scannen überprüft ORBIS den Stellstatus (siehe Kapitel Stellstatus).
Anmerkung
Derzeit ist eine Ausgabe von Medikamenten nur möglich, wenn diese nicht länger als 24 Stunden in der Zukunft liegt. Sollte die Verabreichung eines Medikaments im Dispenser länger als 24 Stunden in der Zukunft liegen, werden Sie anhand einer entsprechenden Meldung darüber informiert. Die Ausgabe kann dann nicht durchgeführt werden.
Stellstatus
Nach erfolgreicher Verifizierung des Verabreichungsdatums überprüft ORBIS den Dispenser auf seinen Stellstatus. Folgende Status können vorliegen:
• Vollständig gestellt
Wenn der Inhalt des Dispensers genau mit den verordneten Medikamenten übereinstimmt, die im Dispenser ausgegeben werden sollen, öffnet ORBIS die BCMA-App und zeigt den Status des Dispensers an.
• Nicht gestellt
ORBIS informiert Sie darüber, dass keine Medikamente als gestellt dokumentiert wurden und dass dies vor der Verabreichung durchzuführen ist: Es wurde kein Stellvorgang für diesen Medikamentendispenser vorgenommen. Sie müssen ihn zunächst stellen, bevor er verabreicht werden kann.
• Teilweise gestellt
ORBIS weist Sie darauf hin, dass der Dispenser nur zum Teil gestellt wurde und fragt Sie, ob Sie den Dispenser dennoch ausgeben möchten. Nur die Medikamente, die zum Zeitpunkt des Scans als gestellt dokumentiert waren, werden als ausgegeben dokumentiert.
Tipp
Alternativ können Sie in die Stellliste wechseln, um den Stellstatus zu aktualisieren.
• Die gestellte Medikation wurde in der Anordnung geändert (z. B. abgesetzt oder Dosisänderung)
ORBIS meldet eine klare Warnung, dass im gescannten Dispenser Medikamente enthalten sind, die zwischenzeitlich durch den Arzt abgesetzt oder in der Dosis/Menge geändert wurden. Eine Ausgabedokumentation des Dispensers ist über erneutes Scannen nicht möglich. Erst wenn der Stellstatus korrigiert wurde, ist ein erneutes Scannen möglich. Hierzu werden Sie über den entsprechenden Dialog aufgefordert: Eine in diesem Medikamentendispenser gestellte Anordnung wurde nachträglich geändert. Überprüfen und ändern Sie das gestellte Medikament vor der Verabreichung oder Abgabe an den Patienten entsprechend.
Die Korrektur kann in der Stellliste durchgeführt werden.
BCMA-Benutzeroberfläche
Sofern die vorangegangenen Überprüfungen erfolgreich waren, wird ein Anwendungsbereich geöffnet, in dem Sie weitere Details zum Dispenser einsehen und verschiedene Interaktionen durchführen können.
Es gibt zwei Varianten dieses Anwendungsbereichs:
• Standardansicht
• Detailansicht
Die Standardansicht wird nach dem erfolgreichen Scannen eines Dispensers geöffnet, wenn zu den im Dispenser enthaltenen Medikamenten seitens der Anordnung keine Informationen zum Medikament oder Hinweise des Verordners enthalten sind. Diese Ansicht enthält folgende Informationen:
• Das Datum, für den der Dispenser gestellt ist.
• Die Schaltfläche Manuelle Bestätigung, über die Sie ein Menü öffnen können, um die Bestätigung des korrekten Patienten und des angemeldeten Benutzers als Verabreicher manuell anstatt mittels Scanner durchzuführen.
• Ein Bereich zur Bestätigung des korrekten Patienten und des Mitarbeiterausweises.
• Eine Darstellung des Dispensers zur Visualisierung der verschiedenen Tageszeiten: Das Symbol zeigt an, dass sich in dem entsprechenden Dispenserfach ein oder mehrere Medikamente befinden sollten.
Die Detailansicht wird nach dem Scannen des Dispenserbarcodes geöffnet, wenn zu einem oder mehreren im Dispenser enthaltenen Medikamenten in der entsprechenden Anordnung Folgendes hinterlegt ist:
• Informationen zum Medikament
• Hinweise des Verordners
• Anweisungen
Zusätzlich zu den Informationen und Interaktionsmöglichkeiten der Standardansicht wird hier eine Tabelle angezeigt, die die einzelnen Medikamente und detaillierte Informationen zur Anordnung oder Hinweise an die Pflege beinhaltet. Zudem werden die Menge und Einheit des Medikaments für jedem Zeitraum angezeigt.
Tipp
Informationen zum Medikament, Hinweise an die Pflege oder Anweisungen, die relevant für die Einnahme sein könnten, werden gelb hinterlegt dargestellt.
Scanworkflow
Nachdem der Dispenser gescannt und als valide verifiziert wurde, wird der Bestätigungsbereich angezeigt und fordert Sie zum Scannen des Patientenbarcodes auf.
Ein Countdown läuft und begrenzt den Zeitraum, in dem Sie den Patienten mittels Scan des Patientenbarcodes oder einer manuellen Bestätigung verifizieren können. Wenn der Countdown abgelaufen ist, schließt sich der Anwendungsbereich, da der Fokus des Benutzers auf den Medikationsprozess potenziell nicht mehr gegeben ist. Durch erneutes Scannen des Dispensers kann der Verabreichungsvorgang wieder vom neuem initiiert werden.
Wenn Sie den Patientenbarcode des richtigen Patienten scannen, für den die Medikation verordnet und gestellt ist, bevor der Countdown abläuft, wird die folgende Meldung angezeigt: Patient bestätigt und Scannen Sie Ihren Mitarbeiterausweis ein.
Alle medikationssicherheitsrelevanten Parameter sind nun verifiziert und die Medikation kann sicher ausgegeben werden. Sie werden von ORBIS dazu aufgefordert, Ihren Mitarbeiterausweis zu scannen und somit die Medikamentenabgabe zu bestätigen.
Nach erfolgreichem Scannen des Mitarbeiterausweises bzw. nach der manuellen Bestätigung wird die folgende Meldung angezeigt: Patient bestätigt und Mitarbeiter bestätigt – Die Anwendung wird in [5] Sekunden geschlossen.
Nach Ablauf des Countdowns wird die App geschlossen und die im Dispenser als gestellt dokumentierten Medikamente werden automatisch als ausgegeben dokumentiert.
Manuelle Bestätigung
Die Bestätigung des Patienten und des Benutzers kann auch manuell durchgeführt werden. Diese Möglichkeit sollte nur genutzt werden, wenn:
• der Scanner nicht ordnungsgemäß funktioniert.
• die erforderlichen Barcodes nicht verfügbar sind.
• die Barcodes aus anderen Gründen nicht lesbar sind.
Wenn ORBIS Sie dazu auffordert, können Sie über die Schaltfläche Manuelle Bestätigung einen Dialog öffnen, in dem Sie angeben können, aus welchem Grund der Scanprozess fehlgeschlagen ist.
Es kann eine der vordefinierten Begründungen ausgewählt oder eine Begründung als Freitext erfasst werden.
Die Dokumentation des Mitarbeiters kann über denselben Weg ebenfalls manuell bestätigt werden.
In dem Fall wird der in ORBIS angemeldete Benutzer in der Dokumentation der Medikamentenabgabe hinterlegt.
Wichtig
Da die Verwendung von eindeutigen Barcodes ein essenzieller Bestandteil des Closed-Loop-Prozesses darstellt und ein Umgehen des Scanprozesses die Medikationssicherheit potenziell senkt, sollte dies nur in Ausnahmen und mit gutem Grund erfolgen.
Wenn ein Patientenbarcode des falschen Patienten gescannt wird, wird folgende Meldung angezeigt: Sie haben nicht das richtige Patientenetikett eingescannt. Dieses Medikament darf nicht verabreicht werden.
Anmerkung
Die in ORBIS Medication Closed Loop verwendeten Barcodes erfordern das GS1-Format. Um einen GS1 DataMatrix-Code auf einem Etikett scannen zu können, muss ein geeignetes Lesegerät verwendet werden. Dieses muss über die Schnittstelle ORBIS CRID konfiguriert werden.
Zur Nutzung des kompletten Scanworkflows werden Mitarbeiterbarcodes benötigt, die in ORBIS generiert werden können.
Informationen zur Verwendung eines Barcodescanners in ORBIS und zum Vornehmen der notwendigen Einstellungen finden Sie im Installationshandbuch von ORBIS CRID.
Zur Nutzung der BCMA-App ist ein stabiles WLAN-Netz erforderlich.